Helmut Mitschke
Steindruckwerkstatt

  Anmerkung zur Lithographie in der ursprünglichen Form des Steindrucks

Im Vergleich zu den anderen klassischen künstlerischen Drucktechniken zeichnet sich der Steindruck durch die Unmittelbarkeit aus, mit der ein Bildelement festgehalten und wiedergegeben werden kann. Ein Tuschestrich, eine Lavur, der Duktus der Zeichenfeder, der Abdruck einer Naturstruktur, ein Foto oder eine Kopie lassen sich auf dem Stein festhalten und im Druck wiedergeben. Der Stein nimmt alles auf, was an Fett, Säure, fetthaltiger Tusche oder Druckfarbe, Toner, Kopierpulver oder lichtempfindlicher Emulsion auf seine geschliffene Oberfläche trifft. Man kann auf ihn mit Lithotusche oder Lithokreide schreiben, zeichnen, malen, lavieren, kann Fotos oder Negative übertragen, Naturstrukturen abdrucken, ihn schleifen, schaben, ätzen, gravieren.

Allerdings kommt man nur dann zu einem sinnvollen Ergebnis, wenn man es versteht, alle auf diese Weise aufgebrachten Bildelemente für den Druck zu präparieren und schließlich auch zu drucken. Das Präparieren des Steins und das Drucken ist gerade bei der Anwendung mehrerer und oft einander entgegenstehender Gestaltungsmittel ein spannender Kampf.

 

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